Welche Bedeutung hat Covergestaltung heute noch?

Als ich heute Morgen während der Anreise zu meinem Spanisch-Sprachkurs auf die U-Bahn in Barcelona wartete, entdeckte ich an der Metrowand ein Plakat, dass die Stieg-Larsson-Millennium-Trilogie bewarb. Das erkannte ich aber erst auf den zweiten Blick, da die Cover völlig anders gestaltet sind als in Deutschland. Und nicht nur das, auch der Titel ist nicht wiederzuerkennen. Übersetzt bedeutet er so viel wie „Männer, die Frauen nicht liebten“ und orientiert sich damit sehr viel näher am schwedischen Originaltitel als das wenig aussagekräftige „Verblendung“. Das Einzige, was diese beiden inhaltlich identischen Bücher verbindet, ist der Name des Autors. Um dem Ganzen noch ein wenig auf den Grund zu gehen, habe ich dann noch eine weitere Station für unsere Weltreise ausgesucht: den englischen Buchmarkt. Große Überraschung – auch hier ein anderes Cover und ein neuer Titel, der aber immerhin auf die Protagonistin Lisbeth Salander anspielt und damit einen inhaltlichen Bezug aufweist.

Natürlich sind die Covergestaltung und Titelauswahl Aufgabe des nationalen Verlages, aber bei drei so unterschiedlichen Versionen, die alle in Europa erschienen sind, fragt man sich doch, ob die kulturellen Unterschiede in der Zielgruppe tatsächlich so groß sein können?

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Welche Bedeutung hat Covergestaltung heute noch?

Lese-Tipps KW 8-11

Wegen Prüfungsstress ist das Bloggen in letzter Zeit leider etwas zu kurz gekommen. Ich gelobe Besserung – Themen und Ideen habe ich auch jede Menge, jedoch hat der Tag immer noch nur 24 Stunden.
Damit der Blog auch in stressigen Zeiten lebendig bleibt, führe ich die neue Rubrik Lese-Tipps ein. Hier möchte ich die interessantesten Artikel aus anderen Blogs und News-Sites vorstellen, die ich gerade gelesen habe.

TechCrunch: iPad Mags Need A New Blueprint
Auf den Punkt gebracht, warum sich Magazin- und Zeitung-Apps nach einem aussichtsreichen Start schwer tun.

Mashable: Behind the Race to Build a Better Banner Ad
Interessante Meinung zum Problemkind Banner-Werbung.
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Lese-Tipps KW 8-11

Emerging Media Reloaded war ein voller Erfolg

Nach etwas mehr als einem Jahr ist gestern die Fortsetzung der Diskussionsreihe „Emerging Media – Gespräche über die Medienökonomie der Zukunft” gestartet.
Der Abend stand ganz im Zeichen des Dschungelfiebers, aber es ging nicht um Schnecken-essende C-Promis, sondern um den noch wenig erforschten eBook-Dschungel, durch den sich die Konsumenten im Moment quälen müssen.

Zusammen mit Lina Burghausen habe ich die wichtigsten Aspekte unseres Buchmesse-Vortrags aus dem letzten Jahr (s. Projects) vorgestellt und in großer Runde über DRM, Preisdebatte und Kundenservice im Netz diskutiert.

Folgende Erkenntnisse fand ich recht interessant:
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Emerging Media Reloaded war ein voller Erfolg

Die App-O-Manie geht um (2)

Teil 2: Sind Apple-Kunden die bessere Zielgruppe?

Genau diese Frage stelle ich mir schon eine geraume Zeit. Denn obwohl Apps, Tablets und Smartphones eines der wichtigsten Themen der Technologie-Branche sind, dreht sich die öffentliche Diskussion meist nur um den Apfel aus Cupertino.
Natürlich sind das iPhone respektive das iPad tolle Produkte, die in ihren Segmenten marktführend sind, aber dabei sollte man die anderen Anbieter und vor allem deren Kunden nicht vergessen. Nach der letzten Umfrage von Nielsen liegen die drei großen Anbieter Apple iOS (28,6 %), RIM/Blackberry (26,1 %) und Google Android OS (25,8 %) so nah beieinander, dass man wohl kaum noch von einer eindeutigen Marktführerschaft sprechen kann.

Warum fokussieren sich hierzulande die Verlage dann so sehr auf die Apple-Geräte?
Am tollen Service für Unternehmen und der herausragenden Präsentation im AppStore kann es eigentlich nicht liegen. Vielleicht ist man einfach nur von der vielgepriesenen Zielgruppe der Early Adopters fasziniert: großes Interesse an Innovationen, gut gebildet und ausgestattet mit einer hohen Zahlungsbereitschaft. Aber trifft das nicht auch auf die Käufer anderer Smartphones/Tablets zu?
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Die App-O-Manie geht um (2)

Die App-O-Manie geht um (1)

Teil 1: Liebe Verlage, bitte wiederholt nicht die Geburtsfehler des Internets!

Das iPad ist in aller Munde. Wieder einmal hat Apple es geschafft ein Produkt, das wir eigentlich nicht brauchen, marktfähig und zum weltweiten Verkaufserfolg zu machen. Mittlerweile hat das iPad den DVD-Player als die Innovation, die sich am schnellsten etabliert hat, abgelöst – ein historischer Rekord. Und wenn man den Hochrechnungen glauben mag, besitzt im nächsten Jahr jeder Bürger in Deutschland ein iPad – zumindest in der Größenordnung werden die Verkaufszahlen prognostiziert.
Viele Verlage sehen im mobilen Markt der Applikationen die Chance den Geburtsfehler des Internets wettzumachen, nämlich die Annahme man könnte Inhalte im Internet kostenlos zur Verfügung stellen, weil die rasant wachsenden Werbeerlöse zur Finanzierung ausreichen würden. Noch immer liegen die Tausender-Kontakt-Preise der meisten Presse-Websites unter denen für Print und von wenigen Ausnahmen (wie SpOn) abgesehen, müssen die meisten Seiten noch immer quersubventioniert werden. Zwar versuchen neuerdings wieder ein paar Verlage mit einer Paywall und digitalen Abos Paid Content im Internet durchzusetzen, aber ein Patentrezept insbesondere für allgemeine Nachrichtenanbieter ist noch nicht gefunden.

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Die App-O-Manie geht um (1)

Kunden sind keine Schwerverbrecher

In der Regel sind die Kunden keine Schwerverbrecher, obwohl man es bei den vielen Restriktionen, die Verlage um ihre eBooks wie Burggräben und Schützenanlagen ziehen, manchmal fast glauben könnte. Wer schon mal den Versuch unternommen hat ein DRM-geschützes eBook zu kaufen, weiß wovon ich spreche. Das kann schon mal ein paar Stunden dauern und einige Nerven kosten. Dabei ist ein Kunde, der das Produkt legal erwirbt, so wertvoll für den Verlag, dass dieser ihn eigentlich mit Samthandschuhen anfassen sollte. Der Kunde gibt Geld für etwas aus, dass er in vielen Fällen in ähnlicher Qualität (denn viele eBooks überzeugen in ihrer digitalen Gestaltung noch nicht) umsonst in Tauschbörsen finden könnte. Trotzdem wählt er den Weg, der mit höheren Kosten und einem höheren Aufwand verbunden ist und dementsprechend einen geringeren Nettonutzen bietet. Warum? Weil er ein hohes Interesse am Produkt und dessen Inhalt hat und dieser Wert größer ist als die entstehenden Kosten. Von diesen Kunden gibt es im Internet mit seiner Gratis-Kultur vermutlich nicht allzu viele und wenn es ihnen dann noch schier unmöglich gemacht wird, die legal erworbenen Produkte vernünftig zu nutzen, verwundert es nicht, wenn sie beim nächsten Mal vielleicht doch eher auf die Raubkopie ausweichen. Dafür müssen sie einerseits nichts zahlen, andererseits wird ihre Nutzung nicht eingeschränkt, also doppelter Gewinn aus Kundensicht.
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Kunden sind keine Schwerverbrecher

Liest du noch oder skimmst du schon?

In letzter Zeit gab es immer wieder Diskussionen um die Zukunft von e-Readern, die mit Schwarz-Weiß-Display nur auf das reine Lesevergnügen ausgerichtet sind. Gerade der stark wachsende Tabletmarkt und die App-Experimentierfreude der Verlage in diesem Jahr schien den e-Reader als Übergangsphänomen zu besiegeln. Auch in einer Umfrage, die ich gemeinsam mit einer Kommilitonin im Sommer durchgeführt habe, stehen e-Reader nicht hoch im Kurs der Nutzer. Nur 4 Prozent lesen ihre e-Books mit einem e-Reader, sogar das Ausdrucken fand mit 12 % deutlich mehr Abnehmer. Ein Widerspruch an sich, wenn man sich extra das e-Book kauft. Sehr beliebt dagegen ist das digitale Lesen am hauseigenen Laptop oder PC (über 40 Prozent nutzen es). „Liest du noch oder skimmst du schon?“ weiterlesen

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