Aus „Rette die Million!“ wird „Trage die Million!“

Am Mittwochabend lief im ZDF die neue Quizshow mit Jörg Pilawa, die auf den schönen Namen „Rette die Million!“ hört.

Das Konzept verdreht vieles, was der typische Quizshow-Gucker aus jahrelanger Erfahrung von „Wer wird Millionär?“, „Das Quiz“, etc. kennt.
So sind die Teilnehmer zu Beginn schon Millionäre und verlieren das Geld nach und nach wieder. Außerdem werden zuerst die Antworten genannt, danach erst die Frage. Ob so die Spannung erhalten werden soll?

Ein wichtiger Bestandteil der Sendung sind die 40 25.000-Euro-Bündel, welche die Teilnehmer fleißig durch die Gegend tragen müssen und weswegen die Zuschauer verschärfte Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen mussten. Die Idee dahinter, die Show dynamischer zu gestalten, wirkt an der Mattscheibe eher anstrengend. Besonders am Anfang einer Fragerunde, wenn die Kandidaten mehr damit beschäftigt sind, das Geld von A nach B zu tragen als Fragen zu beantworten.
Dazu kommt der zeitliche Druck, der durch einen scheinbar willkürlich von Herrn Pilawa angesetzten Countdown entsteht. Mir ging diese Vorgehensweise schon nach zwei bis drei Fragen auf die Nerven.

Auch auf hoher See wird die neue Show keine Freunde gefunden haben. Wegen einer Frage nach einer Telefonnummer wurde die Hotline der deutschen Seenotrettung durch die vielen Testanrufe der Zuschauer blockiert.

In der EDV wird wohl noch an der Zufallsauswahl gebastelt, denn bisher konnte man fast blind die dritte Antwort wählen und dann immer noch mit einem Batzen Geld nach Hause gehen. Obwohl Herr Pilawa schon am Anfang versicherte, dass er noch nie erlebt hat, dass die gleiche Antwort mehrmals hintereinander richtig war. Da hat er entweder früher nicht richtig aufgepasst oder in der Sendung gestern gab es verdammt viele Zufälle.

Trotz der Kritik scheint die Sendung die Fernsehzuschauer neugierig gemacht zu haben, denn sie erzielte mit knapp 20 Prozent den Tagessieg im Abendprogramm. Ob nächste Woche wieder so viele einschalten, ist jedoch fraglich.

Herr Pilawa nannte das Studio am Anfang der Sendung noch schön den bestbewachtesten Ort in Köln. Was das heißt, haben die Zuschauer im Studio nach der Sendung erlebt. Wie Meedia berichtet, wurden sie nach der Aufzeichnung noch stundenlang festgehalten, weil das Geld aus Versicherungsgründen akribisch nachgezählt werden musste. Da wird aus dem Alleinstellungsmerkmal schnell ein Spießrutenlauf für den Zuschauer.

Insgesamt wirkt die Sendung auf mich umständlich und langwierig. Das Konzept versucht sich von der Masse der Quizshows abzuheben, in dem es vieles anders macht. Aber vielleicht sind diese Faktoren genau das, was den Zuschauern an der üblichen Quizshow so gefällt.

Für die nächste Show sind Veränderungen im Ablauf geplant. Hoffentlich trägt es dazu bei, dass die Sendung an Spannung gewinnt. Nicht dass es bald schon heißt: Rettet „Rette die Million!“

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Aus „Rette die Million!“ wird „Trage die Million!“

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